Tropen- und andere Krankheiten auf den Philippinen
Impfungen
Die Impfungen gegen Tetanus (Wundstarrkrampf) und Polio (Kinderlähmung) sollten aktuell sein und falls nötig,
aufgefrischt werden. Eine Hepatitisimpfung (Kombi A plus B) ist
empfehlenswert, weitere Impfungen (z.B. Typhus) sind für die
Philippinen nicht nötig, da das Erkrankungsrisiko eher gering und die Behandlung im Erkrankungsfall
so gut wie überall
schnell und zuverlässig möglich ist.
Malariaprophylaxe
Können sich normale Touristen meist schenken. Grosse Teile
des Landes sind praktisch malariafrei; dazu gehören die großen
Städte, viele Inseln und das gesamte Hochland.
In einem weiteren großen Teil des Landes kommt Malaria
zwar vor, ist aber so selten, dass unserer Meinung nach die
Risiken und Nebenwirkungen einer Prophylaxe in keinem
sinnvollen Verhältnis zur Infektionswahrscheinlichkeit
stehen.
Aus unserer Sicht sollte man höchstens bei einem längeren
Aufenthalt auf Palawan eine Malariaprophylaxe ins Auge fassen.
Ich habe einen ausführlichen Artikel zu diesem Thema
geschrieben, den Sie hier
herunterladen können. In diesem Artikel erfahren Sie
auch, auf welchen Internet-Seiten Sie sinnvolle und fachlich
fundierte Malaria-Informationen finden können.
Darminfektionen und Durchfallerkrankungen
Sind hier anscheinend gar nicht so einfach zu bekommen. Wir
selbst gehen relativ unbekümmert mit Lebensmitteln und
Trinkwasser um. In unserer Familie gab es in den letzten
drei Jahren vielleicht vier normale Durchfallerkrankungen und
einen Fall von Amöbenruhr.
Normalen Durchfall behandeln wir
mit dem Genuss von viel Papaya und wenn nötig, zwei Tabletten "Diatabs"
täglich, die es hier in jeder Apotheke gibt und die das Problem meist schon
nach einem Tag lösen.
Nur die Amöbenruhr war etwas
unangenehmer; nach einem Arztbesuch und der Einnahme des
passenden Medikaments war aber auch diese Sache nach drei
Tagen im wesentlichen erledigt. Die Ruhr hatte ich mir selbst
zuzuschreiben (überalterten Nudelsalat gegessen), für die
paar banalen Durchfälle ließ sich keine eindeutige Ursache
finden. Essen aus Garküchen scheint aber nicht beteiligt
gewesen und im Allgemeinen sicher zu sein.
Fazit: wer sich halbwegs sinnvoll verhält geht nur ein
geringes Risiko ein: Salat und Gemüse gut waschen, Obst schälen,
kein abgestandenes oder sonst zweifelhaftes Wasser trinken.
Unser Trinkwasser ist in der Regel in Ordnung; wer trotzdem
Angst hat, kann Trinkwasser in Flaschen kaufen - aber dann
drauf achten, dass die Versiegelung in Ordnung ist. An
Bushaltestellen werden öfters mit Leitungswasser wiederbefüllte
Flaschen verkauft. Wenn man sich tatsächlich mal einen
Durchfall eingefangen hat, ist dieser schnell und
unproblematisch in den Griff zu bekommen.
Ärzte und Zahnärzte
Die Situation des philippinischen Gesundheitswesens ist
durchaus nicht schlecht. In praktisch jeder Stadt
(Municipality) stehen ein ärztlicher und ein zahnärztlicher
Dienst zur Verfügung. Außer diesen Gemeindeärzten gibt es
in den größeren Städten Fachärzte aller Richtungen -
Internisten, Kardiologen, HNO, usw. usw. Die Ärzte sind gut
ausgebildet und sprechen alle hervorragend Englisch. Nur bei
der technischen Ausstattung liegen sie oft etwa 20 bis 30
Jahre zurück. Für eine Untersuchung und Beratung beim
Internisten oder Kinderarzt zahlen wir in Tuguegarao etwa 200
Peso - also grade mal 3.50 Euro.
Daher empfiehlt es sich durchaus, bei Erkrankungen einen
Arzt zu konsultieren - vor allem kennen sich die hiesigen Ärzte
mit den hier verbreiteten Erkrankungen am Besten aus.
Einmal Zahnziehen mit örtlicher Betäubung kostete
250 Peso - absolut schmerzfrei und schonender und rücksichtsvoller
durchgeführt, als dies 80 Prozent der deutschen Zahnärzte können
oder wollen. Da stört dann auch der sicher gebraucht
erworbene, mindestens dreißig Jahre alte Zahnarztstuhl nicht
weiter.
Krankenhäuser
Krankenhäuser gibt es in allen größeren Städten,
zumindest aber in den Provinzhauptstädten. In Tuguegarao mit
140.000 Einwohnern gibt es drei Krankenhäuser, davon zwei,
die auch größere chirurgische Eingriffe vornehmen. Auch hier
sind die Ärzte durchaus kompetent, nur die technische
Ausstattung stammt in der Regel gebraucht aus westlichen
Kliniken und entsprechend ein paar Jahre älter. Immerhin gibt
es selbst in Tuguegarao auch ein Röntgenzentrum mit computertopographischer
Einrichtung.
Man kann davon ausgehen, dass man hier notwendige
Leistungen in guter Qualität erhält und einem vor allem eine
ganze Menge überflüssiger Diagnostik erspart bleibt, mit
denen man in deutschen Kliniken so gerne traktiert wird.
Allenfalls für schwerste Eingriffe - wie Operationen am
offenen Herzen, gehirnchirurgische Eingriffe - ist man hier in
der Provinz nicht ausreichend gerüstet.
In staatlichen Krankenhäusern muss man etwa 350 Peso pro
Tag für ein Privatbett bezahlen. Auch die ärztlichen
Leistungen fallen kaum ins Gewicht; teuer können allerdings
Medikamente und Sachmittel werden. Für die
Leistenbruchoperation meines Schwiegervaters habe ich vor zwei
Jahren 10.000 Peso bezahlt, d.h. etwa 150 Euro; davon waren
Medikamente und Sachmittel der größte Posten.
Die Leistungen von Privatkliniken in Manila können dagegen
deutlich teurer werden.
Versicherung
Gesetzliche Krankenkassen zahlen keine philippinischen
Behandlungen. Reisekrankenversicherungen sind recht preiswert
und daher empfehlenswert.
Email bei Fragen und Anregungen
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